Inka und Indianer

Zeitreise in die Geschichte von Ecuador


Mit Ecuador verbinden die meisten Menschen im Höchstfall ein südamerikanisches Land am Äquator, in dem unbarmherzige Bauern arme kleine Meerschweinchen mästen, um sie später zu essen. Dass dieses Land aber auch extrem vielseitige Facetten hat und auf eine faszinierende Geschichte zurückblicken kann, wissen die Wenigsten. Genauso wie Otto-Normal-Tourist selten weiß, dass hier nach wie vor indigene Völker leben, für die der Regenwald nicht nur Nahrungsquelle, sondern u.a. auch eine höchst interessante Apotheke ist.

Von Indianern und Schamanen

Die Quechua-Indianer von Ecuador sind bei Reisenden unter anderem wegen ihrer farbenfrohen Trachten immer wieder beliebte Fotomotive und so mancher amüsiert sich darüber, mit welchem Stolz die Quechua-Frauen ihre Hüte tragen. Eine durchaus bereichernde Erfahrung kann jedoch auch ein Treffen mit einem Schamanen der Quechua sein, der seine Wirkstoffe meist direkt aus Pflanzen des im Osten gelegenen Amazonas bezieht. An der Panamericana gibt es sogar ein ganzes „Dorf der Schamanen“ namens Illuman – allerdings sollten sich Besucher vergegenwärtigen, dass diese Menschen keine Sehenswürdigkeiten sind und im Regelfall bei medizinischen, psychischen oder psychologischen Problemen aufgesucht werden. Leidet man lediglich unter Neugier, tut es auch ein Marktbesuch: Hier sind oftmals rituelle Gegenstände und Zutaten wie Schlangenhäute, Heilkräuter oder Lama-Embryos erhältlich.

Auf den Spuren der Inkas


Die Inkas bringen die meisten Menschen zu Recht mit den eindrucksvollen Bauten in Cuzco (Peru) in Zusammenhang. Aber wussten Sie eigentlich, dass man auch in Ecuador auf den Spuren der Inkas wandeln kann? Zu den bekanntesten Inka-Bauten zählt Ingapirca (bzw. Inkapirka), was auf Quichua so viel wie Inkamauer heißt. Die Anlage befindet sich nördlich von Azogues und wurde in der Vergangenheit als Festung und Kultstätte genutzt. Im Aufbau mithilfe von großen, unbehauenen Steinblöcken ähnelt die Stätte der von Cuzco – allerdings ist sie außerhalb Ecuadors deutlich unbekannter als andere Inka-Stätten Südamerikas. Das kulturelle Erbe der Ureinwohner Ecuadors lebt heute zum Teil in den Quechua weiter, einem Teil der indigenen Bevölkerung des Landes. Diese pflegen nicht nur ihre eigene Sprache, sondern auch einige sehr interessante Sitten.