Deutscher Einfluss

Ein Teil unserer Heimat im Südwesten Afrikas


Das im Südwesten Afrikas gelegene Namibia gilt als eines der schönsten Länder des Schwarzen Kontinents: Die altertümliche Schönheit des Hochlandes, die majestätische Dominanz des Brandbergmassivs, die unwirkliche Weite der Kalahari sowie die orangeroten Dünenfelder der Namib faszinieren Besucher schon seit der Entdeckung des Landes. So wundert es kaum, dass der Tourismus seit den 1950er Jahren zunehmend als Einnahmequelle genutzt wird. Besonders deutsche Touristen reisen gern auf Ihrer Mietwagenrundreise Namibia in das ehemalige Deutsch-Südwestafrika: Zum einen liegen Namibia und Deutschland in der gleichen Zeitzone, zum anderen spricht man hier historisch bedingt auch Deutsch.

Afrikanische Tradition vs. Deutsches Erbe

Mit dem Land im Südwesten Afrikas fühlen sich viele deutsche Afrika-Reisende in ganz besonderer Weise verbunden. Namibia war bis 1918 deutsche Kolonie und nicht zuletzt Gerüchte um sagenhafte Diamantenfunde, die man nur aus dem Sand aufzulesen brauche, bewegten viele deutsche Händler und Farmer, ihr Leben im kalten Norden aufzugeben und mit ihren Familie an die Lüderitzbucht zu ziehen. Noch heute trifft man in Namibia auf die sogenannten Deutschnamibier und obwohl die Amtssprache offiziell Englisch ist, zählt Deutsch zusammen mit einigen anderen Sprachen zu den Nationalsprachen, die in weiten Teilen des Landes verstanden werden. Auch in der Kultur und Architektur des Landes haben die Deutschen ihre Spuren hinterlassen. Kolonialbauten wie die vier Sander-Burgen, das Hohenzollernhaus in Swakopmund oder die „Alte Feste“ in Windhoek prägen vielerorts das Stadtbild. Desweiteren werden Karneval oder auch das Oktoberfest in Namibia ebenso gern und ausgelassen gefeiert wie in Deutschland.

Im krassen Kontrast dazu stehen die Sitten, Gebräuche und Traditionen der altangestammten afrikanischen Völker wie beispielsweise der San (Buschmänner), der Khoi Khoi (Hottentotten), der Herero oder Ovambo. Den größten Einfluss unter ihnen üben die Ovambo aus, die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsgruppe Namibias. In ihren traditionellen runden, mit Palisaden verzierten Häusern leben sie noch heute als Landwirte und Viehzüchter. Aufgrund der besseren Lebensbedingungen und größeren Chancen für die Zukunft zieht es allerdings immer mehr junge Leute in die Städte.