Vielfältige Bevölkerung

Das Erbe verschiedenster Kulturen


Suriname, das kleinste Land Südamerikas, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht relativ stark von seinen großen Nachbarn. Ganz besonders auffällig sind die heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung sowie der Reichtum an Sprachen, das eine Folge einer interessanten und wechselvollen Geschichte ist. Überraschen dürfte die meisten Besucher beispielsweise, dass die Amtssprache hier Niederländisch ist. Das liegt daran, da Suriname lange eine Kolonie der Holländer war und erst 1975 die Unabhängigkeit vom niederländischen Königsreich erreichte.

Suriname – eine holländische Kolonie

Die Spuren der ehemaligen Kolonialherren in Suriname, der Holländer, sind auch heute noch unübersehbar. Die Bevölkerung spricht niederländisch, die Hauptstadt Paramaribo wird von weißen Gebäuden im niederländischen Kolonialstil dominiert und viele sehenswerte Orte tragen niederländische Namen. Nieuw Amsterdam zum Beispiel, eine ehemalige Befestigungsanlage am Zusammenfluss von Suriname und Commewijne, die heute als Freilichtmuseum sowie Ausflugsziel dient. Einer der größten Stauseen der Welt ist der Blommestein-See (Brokopondostuwmeer): Er ist dreimal so groß wie der Bodensee und bietet dem Gewässer im Landesinneren einen guten Ausgleich dafür, dass Suriname über keine nennenswerten Strände verfügt. Zwar verfügt der Norden des Landes über eine Küste – die wird jedoch von Schlick und Schlammbänken dominiert und lädt somit nicht unbedingt zu Strandurlaub und Wassersport ein.

Indische Spuren in Suriname

Mindestens ebenso dominant wie der holländische Einfluss ist der Einfluss der Hindustanen. Gemeint sind damit die rund 27 Prozent der Einwohner, die indischer Abstammung sind. Die im 19. Jahrhundert als Kontraktarbeiter angeworbenen Inder stellen heute die mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe in Suriname dar. Und so wundert es nicht, dass neben holländischen Kolonialgebäuden auch Hindutempel stehen, ein dem Hindi ähnlicher Dialekt gesprochen wird, indische Kräuter sowie Gewürze Nase und Gaumen umschmeicheln und auch die surinamesische Musik dank Instrumenten wie Sitar, Tabla oder Dhantal einen indischen Touch hat.
Neben den Hindustanen leben übrigens auch noch weitere zum Teil sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wie etwa Kreolen, Maroons oder Javaner in Suriname – zur Freude aller Beteiligten aber in einer harmonischen, bunten, lebenslustigen Melange.